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Flughäfen für Wachstum gestalten: Warum Kapazität, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit Hand in Hand gehen müssen

Flughäfen für Wachstum gestalten: Warum Kapazität, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit Hand in Hand gehen müssen

Nach Angaben des Airports Council International (ACI) World steigt das weltweite Passagieraufkommen weiterhin auf beispiellose Werte. Im Jahr 2025 erreichte der Flugverkehr schätzungsweise 10 Milliarden Passagiere, was einem Anstieg von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr und 6,5 % gegenüber dem Niveau von 2019 vor der Pandemie entspricht. Und es ist nicht davon auszugehen, dass dieses Wachstum in naher Zukunft nachlässt.

Gleichzeitig stehen Flughäfen unter zunehmendem Druck, ihre Kapazitäten auszubauen und dabei das hohe Serviceniveau aufrechtzuerhalten, das Reisende heute erwarten. In vielen Flughäfen konzentrieren sich Diskussionen jedoch vor allem auf die Fähigkeit einer Anlage, den Durchsatz kurzfristig zu steigern und unmittelbar zu skalieren, während die langfristigen Auswirkungen der Instandhaltung der Infrastruktur für nachhaltigen Erfolg oft weniger beachtet werden.

Stattdessen sollten Flughäfen ihre Einrichtungen auf betriebliche Resilienz und Zukunftssicherheit ausrichten. Dies gelingt durch eine ausgewogene Drei-Säulen-Strategie, die Kapazität, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit bereits in den frühesten Planungsphasen integriert. Im Folgenden erfahren Sie, warum diese Strategie in der heutigen, von hoher Nachfrage geprägten Flughafenlandschaft so wichtig ist.

Die Säulen moderner Flughafeninfrastruktur

Hochleistungsfähige Systeme mit hohem Durchsatz sind notwendig und wertvoll. Wenn sie jedoch nicht einfach gewartet werden können und mehrere Stunden pro Tag oder gar mehrere Tage pro Woche außer Betrieb sind, wird die Investition kontraproduktiv. Dies verdeutlicht die Bedeutung der drei zentralen Planungsfaktoren: Kapazität, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit.

Kapazität

Flughäfen müssen sowohl über die physische als auch über die digitale Kapazität verfügen, um steigende Passagierzahlen zu bewältigen. Traditionell konzentrierten sich viele Flughäfen vor allem auf die Erweiterung ihrer physischen Infrastruktur, beispielsweise durch größere Terminals, zusätzliche Gates sowie leistungsstarke Gepäckförderanlagen und Netzwerke.

Allerdings berücksichtigt die reine Vergrößerung der Infrastruktur nicht automatisch die betriebliche Effizienz oder die Systemverfügbarkeit.

Flexibilität

Flughäfen müssen flexibel genug sein, um auf veränderte Passagierstrukturen, saisonale Schwankungen und neue regulatorische Anforderungen reagieren zu können. Historisch wurde diese Flexibilität häufig durch offene Terminalkonzepte und Gates erreicht, die sowohl nationale als auch internationale Flüge abfertigen können.

Doch anpassungsfähige Räume entfalten ihren Nutzen nur dann vollständig, wenn die integrierte Technologie ebenfalls mit den Anforderungen mitwachsen kann.

Wartungsfreundlichkeit

Wartungsfreundlichkeit beschreibt, wie schnell und effektiv Infrastruktur inspiziert, gewartet, repariert und wieder in Betrieb genommen werden kann.

Hierbei geht es um weit mehr als nur die eingesetzten Geräte. Modulare Komponenten, guter Zugang zu den Systemen, Diagnostikfunktionen, qualifizierte Teams, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und praktikable Wartungsfenster spielen gleichermaßen eine wichtige Rolle. Diese Faktoren machen die Wartungsfreundlichkeit zum operativen Fundament, das Kapazität und Flexibilität in eine dauerhaft hohe Leistungsfähigkeit verwandelt.

Warum Wartungsfreundlichkeit der Schlüssel zur operativen Resilienz ist

Viele Flughäfen konzentrieren sich in erster Linie auf den Durchsatz. Tatsächlich ist die Wartungsfreundlichkeit jedoch genauso wichtig.

Letztlich gilt: Systeme und Technologien schaffen nur dann Mehrwert, wenn sie verfügbar und betriebsbereit sind. Können Systeme nicht effizient gewartet werden, führt dies früher oder später zu ungeplanten Ausfällen. Diese wiederum verursachen Engpässe und Verzögerungen und beeinträchtigen das Passagiererlebnis, insbesondere bei weiter steigenden Passagierzahlen.

Besonders deutlich zeigt sich dies bei Sicherheitskontrollspuren mit hohem Durchsatz. Ihr Wert liegt nicht nur in ihrer theoretischen Verarbeitungskapazität, sondern vor allem darin, wie konstant diese Leistung während des gesamten Betriebstages erbracht werden kann. Eine Konstruktion, die einfachen Zugang, schnelle Fehlerlokalisierung und den kontrollierten Austausch von Komponenten ermöglicht, hilft Betreibern dabei, Kapazitäten schnell wiederherzustellen und Störungen zu minimieren.

Ein wichtiger Leistungsindikator ist die Mean Time to Repair (MTTR), also die durchschnittliche Zeit, die benötigt wird, um ein ausgefallenes System oder Gerät zu diagnostizieren, zu reparieren und wiederherzustellen. Diese Kennzahl hilft Flughäfen, die Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu bewerten und die Effektivität ihrer Störungsbehebung zu messen.

Die MTTR wird berechnet, indem die gesamte Wartungszeit durch die Anzahl der durchgeführten Reparaturen geteilt wird. Ein niedriger MTTR-Wert deutet auf Teams hin, die Probleme schnell identifizieren und beheben können. Ein hoher MTTR-Wert hingegen kann die Effizienz erheblich reduzieren.

Fällt eine Sicherheitskontrollspur aus, entsteht sofort ein Engpass. Die Verarbeitungskapazität sinkt unmittelbar und Warteschlangen wachsen an. Während Spitzenzeiten kann dies zu einem Dominoeffekt führen. Sicherheitspersonal muss möglicherweise umverteilt werden, um Menschenmengen zu steuern, Passagiere umzuleiten oder manuelle Kontrollen durchzuführen.

Lang anhaltende Verzögerungen belasten nicht nur den Flughafenbetrieb, sondern wirken sich auch negativ auf das Kundenerlebnis aus. Passagiere können Flüge oder Anschlussverbindungen verpassen, und der gesamte Flughafenbetrieb wird chaotischer und weniger zufriedenstellend wahrgenommen.

Moderne Technologien und fortschrittliche Ausrüstung sind für heutige Flughäfen unverzichtbar. Genauso wichtig ist jedoch die Fähigkeit, diese Systeme effizient zu warten und verfügbar zu halten, damit sie den Betrieb unterstützen und nicht behindern.

Strategien für zukunftssichere Flughäfen

Wie können Flughäfen geschaffen werden, die ihre Kapazitäten ausbauen, flexibel bleiben und gleichzeitig einfach zu warten sind?

In modulares Design investieren

Das Plug-and-Play-Prinzip eignet sich für viele Anwendungen, auch für Flughäfen. Investieren Sie in Lösungen mit leicht austauschbaren Baugruppen, die Fehler schnell isolieren lassen und deren Komponenten rasch entfernt und ersetzt werden können.

Modulare Strukturen und Technologien ermöglichen Modernisierungen ohne aufwendige und invasive Reparaturen.

Ersatzteile jederzeit verfügbar halten

Eine schnelle Wiederherstellung hängt nicht allein von großen Lagerbeständen ab. Flughäfen sollten kritische Ersatzteile basierend auf der installierten Systembasis, den Auswirkungen möglicher Ausfälle, Lieferzeiten und geplanten Wartungsanforderungen definieren.

Die richtigen Ersatzteile sichtbar, kontrolliert und in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort bereitzuhalten, kann Reparaturzeiten deutlich verkürzen und gleichzeitig unnötige Lagerbestände vermeiden.

Proaktive und vorausschauende Wartung etablieren

Ein datenbasierter Wartungsansatz kombiniert präventive Maßnahmen mit Zustandsüberwachung und operativen Erkenntnissen.

Feste Wartungsintervalle bleiben wichtig, sollten jedoch durch Informationen ergänzt werden, die es Teams ermöglichen, Verschleiß und Leistungseinbußen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu Betriebsstörungen führen.

Ebenso wichtig ist die Planung von Wartungsarbeiten innerhalb abgestimmter Betriebsfenster. Wartung sollte die Verfügbarkeit der Systeme sichern und nicht lediglich rund um den laufenden Betrieb eingeplant werden.

HoWie Technologieanbieter und Flughafenbetreiber zusammenarbeiten können

Historisch war die Beziehung zwischen Technologieanbietern und Flughafenbetreibern oft transaktional: Hersteller lieferten die Hardware, während die Betreiber die Verantwortung für den Betrieb übernahmen.

Die besten Ergebnisse entstehen jedoch dann, wenn beide Seiten eine echte Partnerschaft eingehen, die von der Planung bis zur Außerbetriebnahme der Systeme reicht.

Durch eine solche Zusammenarbeit können beide Parteien:

  • Lösungen entwickeln, die praxisnahe Herausforderungen im Flughafenbetrieb berücksichtigen. Technologieanbieter erhalten direktes Feedback von den Mitarbeitenden vor Ort, die die täglichen Herausforderungen am besten kennen.
  • Innovationen und die Einführung neuer Lösungen gemeinsam koordinieren.
  • Sicherstellen, dass eingesetzte Systeme die erforderlichen Anforderungen an Kapazität, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit erfüllen.

Bei Daifuku Airport Netherlands verfolgen wir diesen Lebenszyklusansatz, indem wir gemeinsam mit Flughäfen skalierbare, wartungsfreundliche und im laufenden Betrieb praktikable Lösungen entwickeln. Unser Fokus liegt nicht nur darauf, welche Leistung ein System theoretisch erbringen kann, sondern auch darauf, wie es während seiner gesamten Lebensdauer gewartet, angepasst und schnell wieder in Betrieb genommen werden kann.

Fazit

Flughäfen verzeichnen weiterhin eine hohe Nachfrage im Passagierverkehr und benötigen entsprechende Lösungen, um dieser Entwicklung gerecht zu werden.

Skalierbarkeit und hoher Durchsatz sind heute unverzichtbare Anforderungen an moderne Systeme. Gleichzeitig sollte die Wartungsfreundlichkeit bereits bei der Planung der Infrastruktur berücksichtigt werden.

Die erfolgreichsten Flughäfen der Zukunft werden nicht zwangsläufig die größten oder technologisch fortschrittlichsten sein, sondern diejenigen, die am flexibelsten agieren und einen kontinuierlichen, zuverlässigen Durchsatz aufrechterhalten können.

Der Schlüssel dazu liegt darin, Wartungsfreundlichkeit bereits in den frühen Phasen des Infrastrukturdesigns zu priorisieren.

Für weitere Informationen und den Einstieg in eine zukunftssichere Flughafeninfrastruktur kontaktieren Sie noch heute Daifuku.

Biografie von Jeroen Hendrikx

Jeroen Hendrikx ist Project Manager Service bei Daifuku Airport Netherlands. Sein Schwerpunkt liegt auf einem Bereich der Flughafeninfrastruktur, den Passagiere selten wahrnehmen: der Sicherstellung eines zuverlässigen Systembetriebs. Unter anderem leitet er Mid-Life-Upgrade-Projekte für Sicherheitskontrollspuren und hat den Aufbau von Ersatzteilmanagement-Systemen für Flughäfen in den USA und Deutschland unterstützt.

Diese Tätigkeiten haben ihm einen praxisnahen Einblick vermittelt, wie Wartungsfreundlichkeit, verfügbare Wartungsfenster und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen darüber entscheiden, ob ein System seine geplante Leistung im realen Betrieb tatsächlich erreicht. Er ist überzeugt, dass die widerstandsfähigsten Flughäfen diejenigen sind, bei denen Wartung und Instandhaltung bereits vom ersten Tag an in der Planung berücksichtigt werden.